GopferDECKEL

Autor: Oli Kategorie: Wine Brothers Datum: 2014-01-17

 

Jahrelang gab es nur einen richtigen Verschluss für richtige Weine: Zapfen aus Naturkork! Doch seit ein paar Jahren sind mehr und mehr Schraubverschlüsse, Glaszapfen und Kunstoffkorken auf edlen Weinflaschen zu finden. Eine wunderbare Frage zum Philosophieren mit anderen Weinliebhabern.

In den letzten Jahren ist der Zapfen aus Naturkork etwas in Verruf geraten. Durch den steten Anstieg an hochwertigen Weinen seit den 90er Jahren wurden immer mehr Korkzapfen benötigt. Die Korkindustrie war darauf nicht vorbereitet  und stiess an Grenzen. Die Qualität wurde schlechter und mit der sinkenden Qualität stieg die Anzahl der Korkfehler: „De hät Zapfe!“ seufzten immer mehr Weinfreunde. Doch die Korkindustrie hat reagiert. Neue Verfahren wurden entwickelt und die Anzahl Korkschmecker sind viel seltener geworden.

Als Alternative zum Naturkorken produzierte die Industrie schon bald Kunststoffkorken. Diese erfüllen ihre Funktion, werden aber von vielen Weinenthusiasten rund um den Globus in die Geht-gar-nicht-Schublade abgelegt. Die Wine Brothers finden naja, aber wenn der Inhalt der Flasche stimmt, ist uns auch ein Plastikkorken recht.

Eine etwas edlere, unkonventionelle Alternative ist der Glaskorken. Sieht schön aus, wirkt wichtig und ist zudem praktisch, denn man kann den Wein einfach wieder verschliessen und in den Kühlschrank stellen. Einziger, aber zugleich sehr bedeutsamer, Nachteil: Das Ding ist teuer!

Bleibt noch der Schraubverschluss. Früher eine Verschlussart mit Loser-Image, denn solche Weine galten als Fusel: „Ein Wein mit Schraubverschluss kann ja nicht gut sein“, so die damals vorherrschende Meinung. Dies änderte sich vor allem dank einigen grossartigen Tropfen aus der Neuen Welt, die – dannzumals ziemlich mutig - auf den Schraubverschluss gesetzt haben. Und siehe da, mittlerweile gilt der Schraubverschluss für alle Winzer als die beste Lösung. Was natürlich für Traditionalisten und Individualisten nicht so ganz stimmen mag.

Denn es gibt sicherlich nicht DIE Lösung, die für alle Winzer passt und die alle Weintrinker zu Jubelstürmen hinreissen wird. Schlussendlich ist es eben auch eine Philosophie-Frage. Aber das Schöne an Philosophie-Fragen ist ja, dass man stundenlang über etwas debattieren kann, ohne dass man zu einem Ende kommt. Und das am besten bei einem guten Glas Wein. Und wie ich finde, am besten mit Naturkorken. Denn es geht doch nichts über das dumpfe *Plopp", wenn der Korken aus der Flasche kommt und den wunderbaren Sekundenbruchteil, bei dem man weiss, dass man soeben einen kleinen Schatz geöffnet hat.

In diesem Sinne: Auf viele freuidge Plopps!

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